22.02.2018
E-Mobilität

Weltweite Zahl der E-Fahrzeuge im Steigen

Von zwei auf drei Millionen: Das ist die Bilanz einer aktuellen Erhebung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung in Baden-Württemberg.

Den Forschern zufolge konnten chinesische Hersteller die meisten Neuzulassungen für sich verbuchen. Der erfolgreichste westliche Hersteller war wie auch im Vorjahr Tesla.

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung in Baden-Württemberg (ZSW) konnte eine weltweite Wachstumsrate von 55 % bei den Neuzulassungen erheben. Anfang 2018 ist der Bestand an Elektroautos weltweit auf 3,2 Millionen gestiegen. Im Reich der Mitte sind davon 1,2 Millionen unterwegs, gefolgt von den USA mit 750.000. Deutschland liegt mit knapp 93.000 weiterhin auf Platz acht. Allerdings gab es einen neuen Rekord: Die Neuzulassungen stiegen im vergangenen Jahr auf 1,2 Millionen Pkw.

 

Der Bedarf an Batterien nimmt unaufhaltsam zu. Um die sich bereits heute abzeichnenden Versorgungsengpässe und strategischen Abhängigkeiten zu vermeiden, ist eine breite Investitionsoffensive der deutschen und europäischen Industrie notwendig
Bild: chesky - stock.adobe.com  

 

Der Analyse der Forscher zufolge konnten die chinesischen Hersteller BYD und BAIC die meisten Neuzulassungen für sich verbuchen. Der erfolgreichste westliche Hersteller war wie auch im Vorjahr Tesla mit 86.700 Neuzulassungen. BMW hat es auf Platz vier geschafft, gefolgt von VW auf Platz fünf.

25 Millionen-Marke bald geknackt

Die Wachstumsrate der Neuzulassungen im Jahr 2017 ist mit rund 
55 %, wie auch in den vorangegangenen Jahren, sehr hoch. "Bleibt sie annähernd auf diesem Niveau, wird die Zahl der jährlich zugelassenen E-Fahrzeuge 2025 bei mehr als 25 Millionen liegen", erklärt Werner Tillmetz, ZSW-Vorstandsmitglied und Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien. Dies entspricht der Ankündigung vieler Hersteller, in nur sieben Jahren ein Viertel ihrer Produktion auf E-Fahrzeuge umgestellt zu haben.

Batteriekonsum steigt weiter

"Solche Wachstumsraten erfordern auch enorme Erweiterungen in der Zellproduktion", betont Tillmetz. "Mehr als 1.000 Gigawattstunden Zell- Kapazität pro Jahr werden dann vom Markt benötigt. Das entspricht zwanzig neuen Giga-Batteriefabriken und mehr als 100 Milliarden Euro Investitionen in nur wenigen Jahren. Um die sich bereits heute abzeichnenden Versorgungsengpässe und strategischen Abhängigkeiten zu vermeiden, ist eine breite Investitionsoffensive der deutschen und europäischen Industrie notwendig", so Tillmetz.

1,2 Millionen E-Fahrzeuge in China

China ist Spitzenreiter bei Bestand und Neuzulassungen und ist damit der weltweit dynamischste Markt: 1.212.280 E-Autos rollen derzeit auf Chinas Straßen. Durch die 579.000 Neuzulassungen gab es 2017 fast eine Verdopplung. Auf Platz zwei stehen nach wie vor die USA mit einem Bestand von 751.510 E-Mobilen. Japan nimmt mit einem Bestand von 201.410 Pkw den dritten Rang ein. Auf europäischem Boden liegt übrigens Norwegen mit einem Bestand von 187.270 auf dem vierten Platz. 

Deutschland schneidet im internationalen Vergleich zwar immer noch relativ schlecht ab, konnte aber Steigerungen verbuchen. Von 2016 auf 2017 hat sich die Zahl der E- Fahrzeuge jedoch auf 92.740 nahezu verdoppelt. Der Anteil der Neuzulassungen lag in Deutschland bei 1,6 %.

Deutschlands Autoindustrie holt auf

Hinter den Chinesen befindet sich auf Platz drei der weltweiten Skala Tesla mit 86.770 E-Autos. Die Deutschen Hersteller konnten sich bei den Neuzulassungen 2017 gut positionieren: BMW schaffte mit 67.940 Fahrzeugen Rang 4 gefolgt von VW mit 52.250 E-Autos. Insgesamt konnte die deutsche Industrie rund 146.000 E-Fahrzeuge weltweit absetzen. Davon kamen aber nur 35.000 (24 Prozent) auf dem heimischen Markt auf die Straße. 

"Trotz des schwachen heimischen Marktes befindet sich die deutsche Autoindustrie auf einem guten Weg zum wettbewerbsfähigen Anbieter“, erklärt Werner Tillmetz. „Um mit der weltweiten Dynamik weiter Schritt halten zu können müssen jedoch weitere, große Anstrengungen folgen."

Autor: Lukas Klamert

www.zsw-bw.de/