07.04.2017
Škoda

Meilensteine der Unternehmensgeschichte

Škoda blickt auf der Techno Classica in Essen auf eindrucksvolle Meilensteine der 122-jährigen Unternehmensgeschichte zurück. Als einer der weltweit ältesten noch produzierenden Automobilhersteller rückt die tschechische Traditionsmarke drei große Themen in den Fokus.

Innovative Aerodynamik-Prototypen zeugen von der Pionierleistung und hohen Ingenieurskunst von Škoda. 1977 erzielte der Škoda 130 RS einen viel beachteten Klassen-Doppelsieg bei der Rallye Monte Carlo. Zehn Jahre später beflügelte der Škoda Favorit eine der fruchtbarsten Partnerschaften der Automobilgeschichte.

„Bei der diesjährigen Techno Classica greifen wir drei besondere Themen aus der eindrucksvollen Geschichte von Škoda heraus“, sagt Andrea Frydlová, Leiterin des Škoda Museums am Stammsitz in Mladá Boleslav. „Zu den Highlights auf unserem Stand in Halle 7 zählt der Škoda 935 Dynamic, der für die hohe Entwicklungskompetenz der Marke im Bereich Aerodynamik steht. Er ist das weltweit einzige erhaltene Exemplar dieses Typs und wurde von unserer Restaurationsabteilung originalgetreu wiederhergestellt – sogar der Farbton entspricht dem des Ursprungsfahrzeugs“, so Frydlová weiter.

Seit den Pioniertagen des Automobils gehört Škoda dank der Technikbegeisterung seiner Ingenieure und Handwerker zu den Taktgebern der Entwicklung. Entsprechend baute die Marke immer wieder außergewöhnliche Fahrzeuge, die einen großen Beitrag zum technischen Fortschritt leisteten. Ein Beispiel ist der Škoda 935 Dynamic. Der erste Aerodynamik-Prototyp der Marke wurde 1935 auf dem Automobilsalon in Prag vorgestellt und sorgte mit seinem besonders niedrigen Luftwiderstand weltweit für Furore. Auf der Techno Classica zeigt Škoda das Unikat nach einer wechselvollen Geschichte wieder im Topzustand. Ebenfalls auf der Oldtimermesse zu sehen: der Škoda Popular Monte Carlo in den Karosserievarianten Coupé und Cabrio. Beide waren der damaligen Zeit mit ihrer ebenso eleganten wie auch aerodynamisch günstig geformten Karosserie weit voraus. Dasselbe gilt für den seltenen Škoda Rapid „Dalnice“, der zwischen 1938 und 1941 nur 110 Mal vom Band lief und ebenfalls zu den Höhepunkten am Stand von Škoda zählt. Sein stromlinienförmiges Design entstand im Windkanal – eine Besonderheit in dieser frühen Phase des Automobilbaus. In Kombination mit dem 34 kW (46 PS) starken Vierzylinder, der seine Kraft aus 1,6 Liter Hubraum schöpfte, ermöglichte dies eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h.
 

1977 erzielte der Škoda 130 RS einen viel beachteten Klassen-Doppelsieg bei der Rallye Monte Carlo
Bild: Porsche-Medienservice  


Die Motorsportleidenschaft der Marke in den 1970er Jahren repräsentiert der Škoda 130 RS. Besucher der Techno Classic 2017 können auf dem Stand der tschechischen Traditionsmarke eine außergewöhnliche Variante des legendären Hecktrieblers erleben: Der Škoda 130 RS A5, Typ 738, wurde 1978 bei zahlreichen Aerodynamiktests auf dem Flughafen im tschechischen Hoškovice eingesetzt. Mit einem großen Flügel sowie Karosserieverbreitungen am Heck erzielten die Ingenieure einen höheren Anpressdruck und verbesserten dadurch das Handling bei hohen Tempi. Das war auch nötig: Der Stromlinien-Prototyp erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h. Der auf 140 kW (190 PS) erstarkte Vierzylinder-Heckmotor musste hierfür durch große Lufteinlässe beatmet werden.

Apropos Škoda 130 RS: Bei der Rallye Monte Carlo 1977 gewann der „Porsche des Ostens“ mit dem Werksduo Václav Blahna/Lubislav Hlávka die Klasse bis 1.300 cm3. Auf Platz zwei machten Milan Zapadlo/Jirí Motal den Doppelsieg der Marke perfekt. Im 117-jährigen Motorsportengagement von Škoda hat der Vorgänger des aktuellen Škoda Fabia R5 damit eines der ruhmreichsten Kapitel geschrieben. Auf der Klassikermesse in Essen ist ein Škoda 130 RS sowie ein Škoda Fabia R5 im Look von 1977 neben weiteren Vertretern der Rennhistorie von Škoda zu sehen.

Mit dem Debüt des Škoda Favorit am 16. September 1987 auf der Internationalen Maschinenbaumesse in Brünn erfand sich der Autohersteller neu und stellte die Weichen für eine beispiellose Erfolgsgeschichte. In den schwierigen letzten Jahren der sozialistischen Ära setzte das vom italienischen Studio Bertone designte Kompaktmodell erstmals auf einen quer eingebauten Frontmotor und Frontantrieb. Das neue Modell läutete für das gesamte Unternehmen die Zeitenwende ein: Mit seinem modernen Konzept lieferte er Volkswagen ein entscheidendes Argument für das Engagement in Tschechien. Auf der Techno Classica 2017 in Essen stehen neben dem Favorit 5-Türer weitere Vertreter der Baureihe: Das Kombimodell Forman etablierte sich schnell als besonders familienfreundlich, mit dem Favorit F2 Rallye gewann Škoda 1994 die Rallye-Markenweltmeisterschaft in der Fronttrieblerklasse, während die Studie Favorit Limousine die enorme Vielfalt der Baureihe und das Entwicklungspotenzial der Marke unter Beweis stellte.