11.06.2018
City-Maut

Ludwig spricht Machtwort: City-Maut ist vom Tisch

Wiens neuer Bürgermeister Michael Ludwig dürfte sich bei den pendelnden Autofahrern beliebt gemacht haben. Am Sonntag hatte er die Citymaut für Wien klar abgelehnt.

"Ich kann versprechen, dass es keine Wiener Alleingänge geben wird", teilte Bürgermeister Ludwig nach einem Gespräch mit Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl und dem niederösterreichischen Landesrat Franz Schnabl (alle SPÖ) am Sonntag mit. "Mir ist das Einvernehmen mit unseren Nachbarbundesländern in dieser Frage, wie auch bei vielen anderen Themen, besonders wichtig", sagte Ludwig. "Es geht darum, eine gemeinsame Lösung für die Ostregion im Sinne der Bewohnerinnen und Bewohner zu erreichen."

Trotz des sukzessiven Ausbaus des öffentlichen Verkehrsnetzes in Wien, hält Ludwig eine Citymaut, wie sie von den Grünen vorgeschlagen wurde, für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Standorts Wien "hinderlich", wie er gegenüber einem Radiosender erklärte. Demnach käme auch für ihn eine City-Maut nicht in Frage.

Die Zahlen sprechen für sich: Mehr als 150.000 Pendler kommen aus Niederösterreich nach Wien, rund 50.000 Burgenländer pendeln täglich in ein anderes Bundesland, der Großteil nach Wien. Das sind 37 % der Erwerbstätigen im Burgenland.

"Wir brauchen einen Schulterschluss in der Ostregion zwischen Wien, Niederösterreich und dem Burgenland, der neue Belastungen verhindert und eine faire finanzielle Besserstellung für burgenländische Pendler ermöglicht", betonte Burgenlands Landeshauptmann Niessl, der sich ebenfalls gegen eine Citymaut ausgesprochen hatte und eine kilometerbezogene Abrechnung für Pendler fordert.

Auch Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Schnabl, in der Landesregierung verantwortlich für den Bereich des Verkehrsrechts, bedankt sich für die offenen Gespräche mit positivem Ausgang und begrüßt die Haltung Ludwigs: "Es ist die Aufgabe der Politik den Menschen ihre täglichen Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln so angenehm und 'schmackhaft' wie möglich zu machen, anstatt ihnen durch Mauteinhebung das Leben zu erschweren und zu verteuern", so Schnabl. Dennoch: Trotz der Investitionen in öffentliche Verkehrsmittel sind nach wie vor viele auf das Auto angewiesen.

Auslöser der Diskussion über eine City-Maut ist die Freigabe zum Bau des umstrittenen Lobau-Tunnels gewesen. Ursprünglich war es der Plan der Grünen, auch die nach Wien pendelnden Autofahrer zur Kasse zu bitten, eine Machbarkeitsstudie hätte nähere Details klären sollen. Das Thema dürfte nun aber vom Tisch sein.

Autor: Lukas Klamert