04.04.2018
10 % Fehlerquote

Intelligente Geschwindigkeitsassistenten arbeiten teilweise unzuverlässig

Eigentlich sollten sie die Fahrsicherheit deutlich erhöhen und tun dies überwiegend auch. Allerdings arbeiten intelligente Geschwindigkeitsassistenten laut ÖAMTC noch nicht schlau genug.

17 % aller Pkw-Unfälle im Jahr 2016 waren auf nicht angepasste Geschwindigkeit oder zu geringen Sicherheitsabstand zurückzuführen. 31 % der getöteten Pkw-Insassen kamen aufgrund dieser Unfallursachen ums Leben, kann man Zahlen der Statistik Austria und der ÖAMTC-Unfallforschung entnehmen. Fahrerassistenzsysteme könnten dazu beitragen, diese Zahlen zu reduzieren. "Bereits ab der Kompaktwagenklasse erhältlich ist das System 'ACC – Adaptive Cruise Control'. Dabei handelt es sich um spezielle Tempomaten, die den korrekten Abstand zum Vordermann halten können", erklärt ÖAMTC-Techniker Friedrich Eppel. Darüber hinaus gebe es in einigen Fahrzeugmodellen Assistenten, die auch Straßenverlauf und Tempolimits berücksichtigen – was allerdings noch nicht verlässlich genug funktioniere, wie eine aktuelle Untersuchung des ÖAMTC und seiner Partner nun ergeben hat.

Teilweise hapert es mit der Verlässlichkeit der Systeme
Foto: ÖAMTC/Rattay  

Überprüft wurden die intelligenten Geschwindigkeitsassistenten in fünf aktuellen Fahrzeugen: Audi A4, BMW 7er, Ford Galaxy, Mercedes S-Klasse und VW Arteon. "Die Erkennung von Verkehrsschildern bzw. die Wahl der angemessenen Geschwindigkeit funktionieren teilweise gut. Allerdings ist gerade auf Strecken mit häufig wechselnden Beschränkungen die Fehlerquote mit durchschnittlich zehn Prozent zu hoch", so Eppel. Für eine verpflichtende Ausrüstung von Neufahrzeugen sei es daher noch zu früh, auch wenn die elektronischen Helfer durch die automatische Einhaltung einer eingestellten Geschwindigkeit und des Abstandes zum Vordermann schon heute die Sicherheit erhöhen.

Die untersuchten Assistenten unterscheiden sich in Wirkweise und Bedienung. "Gerade in Bezug auf die Einbindung des Fahrers gehen die Hersteller verschiedene Wege", erklärt der ÖAMTC-Experte. "So drosselt Ford die Geschwindigkeit lediglich auf aktuelle Tempolimits während Audi, Mercedes und VW zusätzlich den Straßenverlauf berücksichtigen." Das ist begrüßenswert, weil die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht zwangsweise angemessen für die Fahrsituation sein muss. Am zurückhaltendsten zeigt sich der Assistent von BMW, der je nach Situation eine Geschwindigkeit vorschlägt, die der Fahrer bestätigen muss. (ags)

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