13.04.2018
Tipp

Im Sommer nur mit Sommerreifen fahren

Seit Längerem zeigt sich auf den Straßen ein gefährlicher Trend. Winterreifen, die sich schon an der Profilgrenze bewegen, werden einfach noch im Sommer durchgefahren und dann entsorgt.

Der Einsatz eines Winterreifens in der warmen Jahreszeit ist allerdings mit einigen Nachteilen behaftet. Die Unterschiede zwischen Sommer- und Winterreifen erklärt A.T.U.-Reifenexperte Markus Friedrich: "In Profil, Gummimischung und Lauffläche unterscheiden sich die beiden Reifentypen erheblich", betont Friedrich. Während der Winterreifen perfekt auf Kälte, Schnee und Matsch ausgelegt ist, zeigt der Sommerreifen auf heißem Asphalt und bei starken Regenfällen seine Stärken. Die Bodenhaftung ist unter diesen Bedingungen deutlich besser, das Lenkverhalten exakter und der Bremsweg wesentlich kürzer als beim Winterreifen.

In der heißen Jahreszeit überzeugen Sommerreifen nicht nur bei der Sicherheit, sondern punkten auch bei den Kosten. Mit ihrer härteren Gummimischung halten sie hohen Temperaturen besser stand. Durch den geringeren Anteil an Naturkautschuk reduziert sich der Reifenverschleiß im Hochsommer um bis zu 20 %. Zudem haben Sommerreifen weniger Rollwiderstand, was sich wiederum positiv auf den Spritverbrauch auswirkt. Angesichts der hohen Preise an den Zapfsäulen ist das Einsparpotenzial von bis zu fünf Prozent durchaus spürbar.

Am 15. April, also in zwei Tagen, endet in Österreich die situative Winterreifenpflicht für Pkw. Als Faustregel gilt: Bewegen sich die Temperaturen stabil über sieben Grad Celsius, verfügen Sommerreifen dank ihrer Gummimischung und ihres besonderen Profils über bessere Fahreigenschaften.

Der Reifenwechsel ist prinzipiell eine Sache für den Fachmann. Neuere Fahrzeugmodelle ab November 2014 verfügen serienmäßig über ein elektronisches Reifendruckkontrollsystem (kurz RDKS), dessen Sensoren beim Austausch oft neu programmiert werden müssen. Zudem überprüft die Werkstatt die Reifen vor dem Aufziehen auf Beulen, Risse oder verdeckte Schäden und vermisst das Profil. Laut Gesetzgeber ist für Sommerreifen eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern erforderlich, Experten empfehlen jedoch mindestens drei Millimeter Restprofil, da sonst das Risiko für Aquaplaning steigt. Zum ordnungsgemäßen Reifenwechsel gehört aber auch das korrekte Auswuchten der Räder. (ags)

atu.at