09.11.2017
Neue Regierung

FVMI fordert Offenheit gegenüber allen Energieträgern

Im Zuge der aktuellen Koalitionsverhandlungen verstärkt die österreichische Mineralölwirtschaft ihre Forderung nach fairem Wettbewerb unter den Energieträgern.

Gesicherte Energieaufbringung und -versorgung brauche klare Rahmenbedingungen, schreibt der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) in einer Aussendung. Jeder Energieträger – sowohl Öl, Gas als auch Erneuerbare – werde auch in Zukunft in den Sektoren Produktion, Verkehr und Raumwärme, benötigt werden.

Technologien eindimensional anhand einzelner Emissionsfaktoren zu bewerten und manche davon zu Gunsten anderer zu diskriminieren, sieht der Fachverband sehr kritisch. Der Gesetzgeber sei gefordert, einen gerechten Wettbewerb unter den Energieträgern herzustellen und für Fairness für die Konsumenten zu sorgen. Verpflichtungs- und Verbotssysteme sind zu vermeiden, denn eine umfassende Energiepolitik darf die Konsumenten nicht an der Verwendung eines Energieträgers hindern.



Dr. Christoph Capek fordert ein zeitlich abgestuftes Mehrphasenprogramm
Bild: FVMI  

"Bei einer freien Wahl der Transportmittel sollen keine Regularien, sondern Anreize durch energiesparende Technik ausschlaggebend sein", erklärt Dr. Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbandes der Mineralölindustrie. "Wir fordern die neue Bundesregierung auf, ein zeitlich abgestuftes Mehrphasenprogramm zu definieren, dass an die am Energiesektor tätigen Stakeholder – öffentliche wie private – adressiert ist und im Rahmen der Energiestrategie 2030 festlegt, welche Ziele wettbewerbsneutral, technologieoffen und realitätsnah erreicht werden sollen", so Capek. Der Fokus liege dabei auf Zieldefinition sowie Anreizbildung und nicht auf Verboten und Geboten. Statt dirigistischer staatlicher Eingriffe sollten marktwirtschaftliche Instrumente wirken.

Förderungen ja, aber sinnvoll

Die oft nicht klar nachvollziehbare Förderpolitik der diversen Gebietskörperschaften und sonstigen öffentlichen Organisationen ist laut FVMI generell in Frage zu stellen. Die neue Bundesregierung werde daher aufgefordert, die unterschiedlichen Förderungen aufeinander abzustimmen und ein Unterstützungssystem zu schaffen, welches die selbstregulierenden Kräfte des Energiemarktes nicht behindert. "Für das Gelingen der Energiewende halten wir effiziente und kundenorientierte Lösungen für notwendig. Deshalb wenden wir uns gegen starre Vorgaben und plädieren für echte Technologieoffenheit und Energieträgerneutralität", so Capek abschließend. (ags)

Fotohinweis: FVMI

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