04.04.2018
Roland Berger

Flotten können profitabel versichert werden

Firmenfahrzeuge und neue Mobilitätskonzepte sind für Versicherungsunternehmen bis dato problematisch. Auf das Endkundengeschäft ausgerichtete Policen und die Verhandlungsmacht der Flottenbetreiber führen bei Versicherern zu hohen finanziellen Verlusten.

Die aktuelle Roland Berger-Studie mit dem Titel "Rethinking motor fleet insurance" zeigt nun, dass Flotten durchaus profitabel versichert werden können. Denn durch digitale Technologien könnte das Fahrverhalten präzise erfasst werden und Versicherer könnten entsprechend passgenaue Lösungen anbieten. "Die starke Transformation der Mobilität lässt private Neuwagenkäufe weiter sinken. Gleichzeitig steigt die Nachfrage von Carsharing-Diensten vor allem im urbanen Raum. Auf den Megatrend Carsharing werden die Anbieter reagieren müssen", erklärt Rudolf Kemler, Senior Partner von Roland Berger.

Dadurch werden Flottenversicherungen in den kommenden Jahren immer relevanter für die Kfz-Versicherer. Allerdings sind die bisherigen Policenstrukturen dafür ungeeignet: Zum einen wurden sie vom Endkunden- auf das Flottengeschäft übertragen, zum anderen sorgt die Verhandlungsmacht der Flottenbetreiber für niedrige Prämien. Das führt zu einem Verlustgeschäft. So sind die Kosten für Versicherer in Frankreich um bis zu 34 % höher als die Einnahmen, in Deutschland um 7 %.

Ein Grund ist das Fahrverhalten der Nutzer von Carsharing-Angeboten oder Firmenwagen, das zu mehr Schäden führt. Doch dies lässt sich durch digitale Technologien ändern: Bis 2020 sollen fast alle neuen Privat- und Nutzfahrzeuge als Connected Cars verkauft werden. Damit könnten Versicherer das Risiko des einzelnen Flottenfahrers genauer erfassen und maßgeschneiderte Angebote erstellen.

Wichtig seien Kooperationen mit Technologieunternehmen, um das Potenzial der neuen Entwicklungen vollständig einschätzen zu können. Nur so ließen sich Versicherungspolicen immer weiter optimieren. Zudem sollten Versicherungsunternehmen eng mit Flottenbetreibern zusammenarbeiten, um gemeinsam maßgeschneiderte Pakete für die Endkunden zu entwickeln. "Der Wandel der Mobilität beeinflusst auch die Versicherungsbranche. Auch wenn der Markt für Versicherungen stabil bleibt, ist frühzeitiges Handeln Pflicht", appelliert Rudolf Kemler. (ags)

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