06.07.2018
Car Cost Index

Das zahlen die Österreicher im Monat für ihr Fahrzeug

In 21 Ländern in Europa hat LeasePlan erhoben, wieviel Benziner, Diesel und Elektroauto die Fahrzeughalter monatlich kosten. Lesen Sie, wo die Fahrzeughalter in Europa am wenigsten und wo am meisten zahlen.

Die Österreicher geben für einen Klein- oder Mittelklassewagen im Monat durchschnittlich 538 Euro für einen Benziner, 497 Euro für einen Diesel und 788 Euro für ein E-Auto aus. Das geht aus dem Car Cost Index des Fuhrparkmanagementunternehmens LeasePlan hervor, der alljährlich im Rahmen des "Mobility Monitors" Zukunftstrends rund um das Thema Mobilität analysiert wird. Insgesamt wurden Daten aus 21 EU-Ländern erhoben.

E-Autos werden wettbewerbsfähiger

Neben Unterhaltskosten wie Instandhaltung, Versicherung, Steuern sowie Sprit wurde diesmal auch erhoben, wie wettbewerbsfähig Elektroautos im Vergleich zu herkömmlichen Antrieben sind. Angenommen wurde eine Fahrleistung von 20.000 Kilometern pro Jahr, die Kosten wurden über die ersten drei Fahrzeugjahre gemittelt. "Die gute Nachricht ist, dass Elektrofahrzeuge heute in mehreren europäischen Ländern eine immer wettbewerbsfähigere Option für Autofahrer darstellen", erklärt Roland Meyer, Geschäftsführer LeasePlan Deutschland.

In Österreich legten Elektrofahrzeuge im Vorjahr anteilig um 42 Prozent zu, führen aber mit 5.433 Neuzulassungen weiterhin ein Nischendasein. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Differenz zwischen einem Elektroauto und einem Benziner  immer noch recht hoch ist. "Wichtig ist nun, dass sich die Politik mit Schlüsselfragen wie der Ladeinfrastruktur und Besteuerung von Fahrzeugen befasst, damit Elektrofahrzeuge eine echte Alternative werden können", so Meyer.

Die Segel seien zwar gesetzt, die Verbesserung der Ladeinfrastruktur aber ein unumgänglicher Schritt. "Hier sind wir dabei, Lösungen für Unternehmen, Selbstständige und Gewerbetreibende zu entwickeln." Meyer könne sich vorstellen, dass entsprechende Abrechnungsmöglichkeiten über eine Art Roamingvertrag und Tankkarte realisiert werden. "E-Mobilität passt derzeit noch nicht für jeden Außendienstler, der täglich mehrere hundert Kilometer fährt, aber sie passt auch jetzt schon für ganz viele Mitarbeiter in Leitungs- oder Bürofunktionen."

Auch für die E-Mobilität gibt es bereits genügend Einsatzzwecke
Foto: LeasePlan  

Die Kosten im EU-Vergleich

Der Car Cost Index zeigt, dass die Ergebnisse von Land zu Land insgesamt sehr unterschiedlich sind. Norwegen ist das einzige Land, in dem die durchschnittlichen Gesamtkosten für die Haltung eines Elektrofahrzeugs (670 Euro) niedriger sind als die Kosten für einen Benziner (731 Euro) und ein Dieselfahrzeug (722 Euro). In Italien ist die Fahrzeughaltung im Durschnitt sehr teuer, ein E-Auto würde den Fahrer sogar 986 Euro im Monat kosten. Besser steigen die Ungarn aus, hier kostet die Fahrzeughaltung generell am wenigsten.

Die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten aus dem LeasePlan Car Cost Index

  • In Österreich kostet ein Benziner seinen Besitzer durchschnittlich 538 Euro im Monat, ein Diesel liegt bei 497 Euro und ein Elektroauto bei 788 Euro. Damit liegt Österreich im europäischen Mittelfeld.

  • Gewichtet nach dem Bruttoinlandsprodukt haben Fahrer in Italien, Finnland und Belgien die höchsten Fahrzeughaltungskosten, während Fahrern in Irland, Polen und in der Schweiz diesbezüglich die geringsten Kosten entstehen.

  • Die Kosten für Elektroantriebe sind in Europa sehr unterschiedlich. Am niedrigsten sind sie in Ungarn, wo die monatlichen Durchschnittskosten bei 597 Euro liegen. Im Gegensatz dazu belaufen sich die monatlichen Durchschnittskosten in Italien auf 986 Euro, womit dieses Land der teuerste Ort für die Haltung eines Elektrofahrzeugs ist. Deutschland ist mit 788 Euro das siebtgünstigste der 21 Länder.

  • Norwegen ist das einzige Land, in dem die durchschnittlichen Gesamtkosten für die Haltung eines Elektrofahrzeugs (670 Euro pro Monat) niedriger sind als die Kosten für einen Benziner (731 Euro) und ein Dieselfahrzeug (722 Euro). Bei der Haltung eines herkömmlich angetriebenen Fahrzeugs ist Norwegen das teuerste Land.

  • Halter von Elektrofahrzeugen zahlen höhere Steuern. Der Halter eines Elektrofahrzeugs zahlt im europäischen Durchschnitt pro Monat 131 Euro Kfz-Steuer und Mehrwertsteuer (aufgrund des höheren Kaufpreises). Das ist erheblich mehr als der Durchschnitt von 104 Euro für Benziner und 108 Euro für Dieselfahrzeuge.

  • Elektrofahrzeughalter sparen viel beim Treibstoff. Sie geben im Schnitt 39 Euro pro Monat für Elektrizität aus, verglichen mit 110 Euro pro Monat für Benzin und 78 Euro pro Monat für Diesel.

Autor: Lukas Klamert