06.03.2018
Deloitte-Studie

Autonomes Fahren wird salonfähig

Die Akzeptanz der potenziellen Käufer für autonom fahrende Pkw nimmt weltweit zu. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Deloitte unter 22.000 Konsumenten aus 17 Ländern. Demnach sind 59 % der Befragten von der Sicherheit autonom fahrender Autos überzeugt.

Noch ein Jahr zuvor hätten 67 % Sicherheitsbedenken gegenüber der neuen Technologie geäußert, heißt es weiter. "Die Akzeptanz für autonomes Fahren ist in kurzer Zeit stark gestiegen. Breite Information und Aufklärung durch Hersteller und Medien tragen maßgeblich dazu bei", erklärt Matthias Kunsch, Director bei Deloitte Österreich. "Dieser positive Stimmungswandel sollte Ansporn für noch mehr offene Kommunikation sein."

Mitteleuropäer wollen keine Zusatzkosten tragen

Zwar hätte sich die Stimmung unter den Autokäufern verbessert, dennoch seien diese nur teilweise bereit, spürbare Mehrkosten für die neue Technologie zu tragen. Global könnten sich 64 % der Befragten vorstellen, zusätzliche Kosten für autonom fahrende Pkw zu übernehmen. Die Akzeptanz variiere von Land zu Land: 50 % der Interviewten in Deutschland wollen demnach keine Mehrkosten tragen, in den USA sind es 40 %, in Japan 30 %. "In Österreich nehmen wir eine ähnliche Stimmung wie bei unseren deutschen Nachbarn wahr. Die niedrige zusätzliche Zahlungsbereitschaft stellt die Automobilindustrie – angefangen von Zulieferern bis hin zu Produzenten – vor Herausforderungen. Bei der Einführung dieser Innovation sind die Kosten sehr hoch. Die Industrie befindet sich mitten in einem langen, kostenintensiven Investitionszyklus", erklärt Matthias Kunsch.

 

Matthias Kunsch, Director bei Deloitte Österreich
Bild: Deloitte  

 

Unklare bzw. nicht definierte Gesetzeslage

Für den Durchbruch des autonomen Fahrens braucht es allerdings nach wie vor die notwendige Rechtssicherheit. In vielen Ländern würden die gesetzlichen Rahmenbedingungen erst diskutiert. Erst wenn diesbezügliche Fragen gelöst und die dementsprechende Gesetze verabschiedet und in Kraft getreten seien, würde sich der Trend zum autonomen Fahren verstärken.

Falls man sich für ein autonom fahrendes Auto entscheidet, würden 45 % der Befragten einen herkömmlichen Hersteller bevorzugen. Die Markenbindung sei vor allem in Deutschland, Japan und den USA hoch. In China würden hingegen nur 28 % auf klassische Hersteller setzen, in Südostasien lediglich 13 %. "Die geringe Markenbindung am riesigen asiatischen Automarkt mit seinen enormen Wachstumsraten stellt ein großes Risiko für etablierte Hersteller dar. Bereits 30 Prozent der Konsumenten weltweit interessieren sich für neue Anbieter", hält Matthias Kunsch fest. (ags)

deloitte.at
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