12.04.2018
"Ökoprämie Neu" gefordert

Autoimporteure gegen Diesel-Nachrüstungen

Skeptisch gegenüber der Möglichkeit der Schaffung eines Fonds zur Nachrüstung alter Dieselautos zeigt sich der Sprecher der österreichischen Automobilimporteure Günther Kerle.

"Wenn es um das Thema 'Umweltfreundlichkeit' geht, dann sollte man an einem anderen Hebel ansetzen: Derzeit sind noch rund 750.000 Pkw, die maximal der Abgasnorm Euro 3 entsprechen, auf Österreichs Straßen unterwegs. Diese Alt-Fahrzeuge sind für den großen Teil der Schadstoff-Emissionen im Pkw-Sektor verantwortlich, da sie in puncto Abgasreinigung und Schadstoffemissionen natürlich nicht mit modernen Diesel-Pkw mithalten können." Ziel müsse es sein, Fahrzeuge, die zwölf Jahre und älter sind, von den Straßen zu entfernen.

Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure
Foto: Automobilimporteure  

"Eine technische Aufrüstung von Fahrzeugen bis zur Abgasnorm Euro 3, die beispielsweise noch nicht einmal über einen Partikelfilter verfügen, ist schlicht und einfach nicht möglich", stellt Kerle klar. "Viel sinnvoller wäre deshalb die Einführung einer 'Ökoprämie Neu' analog zu 2009. Eine solche würde den Österreicherinnen und Österreichern den Umstieg auf einen modernen und umweltfreundlichen Pkw erleichtern sowie für eine vollständige Verschrottung der alten Autos sorgen."

"Was die jungen Diesel-Pkw der Euro Abgasklassen 5 und 6 betrifft, so muss klar und deutlich festgehalten werden, dass diese jungen Fahrzeuge bei der Zulassung alle damaligen rechtlichen Voraussetzungen erfüllt haben. Es ist nicht nachvollziehbar, warum diese Fahrzeuge, die allen gültigen Kriterien entsprochen haben, nun nachgerüstet werden sollen", kritisiert Kerle. Rein die Entwicklung und Freigabe durch die Behörden würde mindestens drei Jahre in Anspruch nehmen. Zudem seien Verschlechterungen bei der Leistung oder Systemausfälle möglich, wie zahlreiche Experten warnen. (ags)

automobilimporteure.at