25.09.2017
ÖAMTC-Warnung

"Abgasgipfel" könnte Milliarden kosten

Im Vorfeld des für heute von Verkehrsminister Jörg Leichtfried eingeladenen Gipfels "Aktionsplan für sauberen Verkehr" kommt Kritik vom ÖAMTC.

"Für den ÖAMTC ist es unbestritten, dass eine Mobilitätswende, also der mittelfristige Umstieg auf CO2-freie Fortbewegungstechnologien, kommen muss. Das Konzept von Leichtfried geht aber in eine völlig falsche Richtung", sagt Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung. Aus Sicht des ÖAMTC fehle vor allem eine Weiterfahrgarantie der Bundesregierung für Bestandsfahrzeuge. Daher würden massive Wertverluste für 4,9 Millionen Pkw-Besitzer drohen. Laut Eurotax habe die aktuelle Diesel-Diskussion zu einem Wertrückgang von 1 bis 2 % für Diesel-Pkw geführt. Und das, obwohl in Österreich derzeit nirgendwo konkrete Fahrverbote für Diesel drohten. "Der österreichische Pkw-Bestand hat aktuell einen Wert von rund 42 Milliarden Euro. Sinkt der Wiederverkaufswert von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor aufgrund einer verunsichernden Diskussion nur um ein Viertel, sind die österreichischen Autobesitzer ohne eigenes Zutun um zehn Milliarden Euro ärmer", erklärt der ÖAMTC-Vertreter.

Nicht nachvollziehbar sei für den ÖAMTC auch die willkürliche Festlegung auf ein Ausstiegsszenario 2030, ohne dass mit Fachleuten gesprochen wurde. Alle seriösen Experten würden davon ausgehen, dass bis 2030 noch nicht für jeden Anwendungsfall leistbare Alternativen zum Verbrennungsmotor zur Verfügung stünden. Auch die unvollständige Teilnehmerliste ruft die Kritik des Clubs herauf. Zum Gipfel hatte Minister Leichtfried Länder, Sozialpartner, Mobilitätsclubs, den Arbeitskreis der Automobilimporteure und Umwelt-NGO geladen. Für den ÖAMTC fehlen bei der Veranstaltung wichtige Diskussionspartner. "Wir können nicht verstehen, dass Vertreter von Universitäten, die sich etwa mit Antriebstechnologien beschäftigen, nicht geladen sind. Außerdem sind in Österreich rund 300.000 Menschen im Automobilsektor beschäftigt, dennoch finden sich auf der Teilnehmerliste weder betroffene Industrie-Unternehmen noch Arbeitnehmervertreter. Im Übrigen vermissen wir bei der Diskussion die Wirtschafts-, Sozial- und Umweltminister", so Wiesinger. (ags)

Fotohinweis: ÖAMTC

oeamtc.at