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10.02.2016
Verkehrssicherheit

Zahl der Verkehrstoten zuletzt leicht gestiegen

1972, einem traurigen Rekordjahr, kamen 2.948 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, 1995 waren es noch über 1.200. Seitdem konnte die Zahl der tödlich Verunglückten drastisch reduziert werden. Letztes Jahr ließen 475 Menschen im Straßenverkehr ihr Leben.

Das Positive zuerst: Trotz ständig steigendem Verkehrsaufkommen nahm die Zahl der Toten und Verletzten im Straßenverkehr über die letzten Jahrzehnte kontinuierlich ab. 1972 zählte man 2.948 Verkehrstote, 1995 waren es noch 1.210. Nach einem Positivrekord von „nur“ 430 Toten in 2014, ist die Zahl der tödlich Verunglückten nun erstmals seit Langem wieder gestiegen. 475 Menschen ließen 2015 im Straßenverkehr ihr Leben – 10,5 % mehr als im Vorjahr. Im Jänner 2016 kamen 26 Personen um. Zum Vergleich: im Jänner 2015 waren es 27, 2014 sogar 36.

Besonders hoch ist die Zahl der Unfälle mit Personenschäden auf den Überlandstraßen, wo sich 52 % aller tödlichen Verkehrsunfälle ereignen. Als Hochrisikogruppe gelten insbesondere junge Männer, auf die rund Dreiviertel aller Verunglückten entfallen. Hauptursache ist nach wie vor eine überhöhte, beziehungsweise nicht den Sicht- und Witterungsbedingungen angepasste Geschwindigkeit. „Da sind leider sehr oft die Jungen betroffen, die aufgrund der geringeren Erfahrung ein höheres Risiko aufweisen“,  weiß Klaus Robatsch, Bereichsleiter Forschung beim Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV).

 

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden, Tote und Verletzte 2000 bis 2014
Bild: KFV  

Besonders hoch ist nach wie vor die Zahl der getöteten, einspurigen Kraftfahrzeuglenker, wobei auch hier die jungen Männer das größte Risiko tragen. Vor allem den ganz jungen Mopedfahrern wird die Kombination aus Erfahrungsmangel, Überforderung und jugendlichem Leichtsinn besonders häufig zum Verhängnis. „Jeder fünfte 15-jährige Mopedlenker verunglückt – so ein hohes Risiko gibt es sonst nirgends“, so Robatsch.

Im EU-Vergleich bewegt sich Österreich bei den Verkehrstoten mit rund 51 Toten pro 1 Mio. Einwohner genau im statistischen Mittelfeld. Nur bei den Toten auf Freilandstraßen liegt man deutlich darüber. Positiv ist hingegen die Entwicklung im Ortsgebiet: hier gehen die tödlichen Unfälle zurück.
Während die Fußgänger- und Radfahrerproblematik auf unverändertem Niveau bestehen bleibt, stieg zuletzt die Zahl der getöteten Pkw-Insassen stark an. Ein großes Problem sieht KFV-Experte Robatsch hierbei in der Ablenkung durch und dem fehlenden Bewusstsein für die Gefahr durch Telefonieren und SMS-Schreiben oder sogar Internetsurfen am Steuer. Hinzu kommt, dass rund 30 bis 40 % aller getöteten Pkw-Insassen nicht angeschnallt sind.

Auch aktive und passive Sicherheitseinrichtungen in den Fahrzeugen wie ABS, ESP, Gurtstraffer und Airbags haben zur Verringerung der Zahl der Toten und Verletzten im Straßenverkehr beigetragen
Bild: ÖAMTC  

Summa summarum ist die Reduktion der Verkehrstoten über die letzten Jahrzehnte jedoch beachtlich: 1972, dem Jahr mit dem historischen Höchststand, gab es fast 3.000 Verkehrstote und über 72.000 Verletzte – „Heute haben wir um zweieinhalbtausend Tote weniger, bei einem wesentlich höheren Mobilitätsaukommen“, so Robatsch. Auch die Zahl der Verletzten ist auf unter 50.000 gesunken.
In einer Grafik hat der KFV die Entwicklung der Verkehrsopferzahlen seit dem Jahr 2000 dargestellt, ebenso die Einführung der wesentlichen gesetzlichen Regelungen in Bezug auf die Verkehrssicherheit. „Das was der Verkehrssicherheit am meisten gebracht hat, war eindeutig die Gurtpflicht mit begleitenden Vollzugsmaßnahmen durch die Exekutive. Gleiches gilt für die Helmpflicht bei einspurigen Fahrzeugen“, meint Robatsch, auch wenn diese schon wesentlich länger zurückliegt. Eine positive Maßnahme der jüngeren Vergangenheit sei, neben der Senkung der Promillegrenze, insbesondere die Einführung des „Mehrphasenführerscheins“ gewesen, um dem hohen Risiko in der Gruppe der Führerscheinneulinge zu begegnen. Hinzu kommt, dass sich nicht nur die aktiven und passiven Sicherheitssysteme der Fahrzeuge – ABS, Gurtstraffer und Airbags – weiterentwickelt haben, sondern auch die Infrastruktur (Leitschienen, Absicherungen von Bäumen und Böschungen, Kurvenradien und Anpralldämpfer, beispielsweise an Tunneleinfahrten). „Das ganze Sicherheitsmanagement hat sich wesentlich verbessert“, sagt Robatsch.

lf